Chronik

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Die Wurzeln der heutigen Fasnet in Daisendorf liegen in der Dorffasnet, die mindestens seit dem ersten Weltkrieg gefeiert wurde. Doch muss man sich hier auf die Aussage der älteren Daisendorfer berufen, denn alle Aufzeichnungen über diese Dorffasnet und früheren närrischen Begebenheiten sind bei einem Brand vernichtet worden. Diese ursprüngliche Fasnet sei allerdings auf den schmotzigen Dunnschtig beschränkt gewesen, so heißt es.
Doch nach dem zweiten Weltkrieg lebte die Tradition wieder auf. 1950 wurde vor dem Gasthaus Waldhorn der erste Narrenbaum gesetzt. Initiatoren dieser Aktion waren  die ersten Narreneltern Bernhard Waldvogel und Maria Thum. Weitere Fasnetsbegeisterte schlossen sich rasch an und bald darauf wurde eine Narrengruppe Namens " Die Spatzen von der Vogelherd " gegründet.
Die Vogelherd ist ein kleiner "Berg" bei Daisendorf, der mit 572 Höhenmetern ein Stück über den Ort hinausragt. Dort waren überwiegend Kirschbäume gepflanzt, ein Paradies für alle Vögel der Umgebung und für die Kinder. 
Bereits bei der ersten Versammlung war das  " Du " unter den Mitgliedern selbstverständlich. Zuwiderhandlungen wurden mit 10 Pfennigen Strafgeld geahndet. Damit lebten die Bräuche auf. Der Schmotzige Dunnschtig mit Katzenmusik und Narrenbaumstellen, der Fasnet-Samschtig mit dem Wieber-Kaffe und der Fasnets-Dinschdig mit dem Kinderball wurden rasch zur Tradition.
Am 30.11.1968 hatten dann Jungmitglieder eine Versammlung vorbereitet, bei dieser der Narrenverein Sumpfgeister e.V. aus der Taufe gehoben wurde. Bereits bei dieser Gründungsversammlung wurde die neue Maske des Sumpfgeistes vorgestellt und fand sofort Zustimmung und Hästräger. Dieser Sumpfgeist entstand aus der entsprechenden Landschaft um Daisendorf. Denn noch in den 50er Jahren war der Ort von zahlreichen Tümpeln und sumpfigen Wiesen eingeschlossen. Hier trafen sich in der Abendzeit die Frösche zum Konzert und in der Morgendämmerung stiegen wallende Nebelschwaden auf und ließen die Landschaft wie von Geisterhand verschwinden. Das gab den Anstoß  zum Entwurf dieser Maske, der den Zuschauern das Gruseln beibringen soll. Das nebelhafte Gewand wird seit 1977 dann farbig bedruckt.
Der Verein vergrößerte sich mehr und mehr. Zu den Sumpfgeistern kam bereits 2 Jahre später die Figur der weiblichen Mitglieder des Narrenvereins, der Frosch. Stellt der Sumpfgeist die gruselige Seite der Weiher dar, steht der Frosch für das fröhliche Konzert in den Abendstunden. Nicht nur der Daisendorfer Frosch ist fröhlich. 1976 entstand als Gegenstück zum Sumpfgeist dann das Weihermännle.Es soll ursprünglich den grauen und gruseligen Sumpfgeist ablösen, doch ist das Weihermännle, nachdem der Sumpfgeist kurz darauf auch etwas farbiger gestalltet wurde, sein fröhlicher Gesell.
Ein Jahr zuvor, 1975 stellte der Zunftmeister der Daisendorfer Holzwürmer die Zimmermannsgilde vor. Sie konnte man auch als besondere Gruppe des Narrenvereins ansehen. In ihrer typischen Zimmermannskluft, mit Werkzeug und Wanderstab nehmen die Zimmerleute am Umzug teil und richten dann den Narrenbaum auf dem Schulhof auf.
Die Narreneltern sind schon von Anfang an aus der Daisendorfer Fasnet nicht wegzudenken. Es sind inzwischen nur Frauen, die als Narreneltern wirken. Ihre Aufgabe ist es, bei der Schülerbefreiung mit zuwirken, und sie betreuen den Narrensamen beim Kinderball.
Doch auch Ordnung muss sein. Dafür sorgt natürlich der Narrenpolizist. Er ist neben dem Präsidenten und dem Narrenrat für die Veranstaltungen und deren Organisation verantwortlich. Stolz und seiner Verantwortung wohl bewusst führt er den Umzug an. Am Morgen vor dem Umzug geht er mit seiner Glocke durch das närrisch geschmückte Dorf und ruft lautstark die Fasnet aus.
Narri-Narro !
PS.: Einen Dank an Michael Summ, welcher seine erarbeitenen Infos und Daten diese Seite zur Verfügung gestellt hat